Georg Trakl
Musik im Mirabell
Ein Brunnen singt. Die Wolken stehn
Im klaren Blau, die weißen, zarten.
Bedächtig stille Menschen gehn
Am Abend durch den alten Garten.
Der Ahnen Marmor ist ergraut.
Ein Vogelzug streift in die Weiten.
Ein Faun mit toten Augen schaut
Nach Schatten, die ins Dunkel gleiten.
Das Laub fällt rot vom alten Baum
Und kreist herein durchs offne Fenster.
Ein Feuerschein glüht auf im Raum
Und malet trübe Angstgespenster.
Ein weißer Fremdling tritt ins Haus.
Ein Hund stürzt durch verfallene Gänge.
Die Magd löscht eine Lampe aus,
Das Ohr hört nachts Sonatenklänge.
Георг Тракль
Стихотворения. 1913
Музыка в Мирабелле (2-я редакция)
Поёт фонтан. И облака
На синеве белы, как пена.
И тихий люд, светло пока,
По парку тянется степенно.
У статуй обветшалый вид.
Порхают птицы в запустеньи.
И мертвоглазый фавн глядит,
как в сумрак ускользают тени.
Пришелец белый входит в дом.
В прихожей лает пес лохматый.
Служанка гасит свет потом.
И слышит плач ночной сонаты.
пер. Вл. Летучий
Dichtung
| вторник, 17 апреля 2018